Seitenstechen: der Stand der Forschung

Jeder hat es, keiner weiß etwas darüber: Seitenstechen bleibt der Sportmedizin ein Rätsel. Liegt es an der Atmung oder an der Haltung? Sind es Krämpfe im Zwerchfell, oder doch die Rippen? Wie beugt man Seitenstechen vor? Aber vor allem: Wie wird man es, wenn es da ist, wieder los?

Die gängigen Erklärungen



      

Man ist sich inzwischen sicher, dass das Zwerchfell wohl zu Unrecht verdächtigt wurde. Denn zum einen passt es mit der Anatomie nicht ganz zusammen – die Schmerzen sind wesentlich weiter unten als das Zwerchfell. Und zum anderen kommt Seitenstechen auch dort vor, wo die Atmung nicht allzu sehr strapaziert wird, im Reitsport beispielsweise. Forscher haben außerdem bereits 1999 nachgewiesen, dass die Atmung sich während der Schmerzattacke nicht verändert. Sie würde es aber, wenn ein Mensch Krämpfe im Zwerchfell hätte.

Eine weitere kursierende Spekulation handelt von Leber bzw. Magen, und dass bei jedem Schritt ein kleiner Stoß durch die Organe ginge, die dann gegen das Zwerchfell, oder die Rippen, oder bestimmte Sehnen schlagen. Das klingt durchaus schmerzhaft. Aber es passt wieder nichts zusammen: Kämen die Schmerzen von solchen Stößen, dann täte jede Bewegung einzeln weh. Es wäre nicht ein kontinuierliches Stechen oder Brennen, sondern lauter kleine Stiche. Und Schwimmer zum Beispiel dürften kaum oder gar kein Seitenstechen bekommen – tun sie aber.

Ist der Bauch schuld?

Dr. Darren Morton vom Avondale College in Australien hat eine eigene Theorie: Er erklärt Seitenstechen als eine Reizung des Bauchfells. Diese dünne Haut kleidet unsere Bauchhöhle aus, bedeckt Darm und innere Organe, und sorgt mit ihrer glitschigen Oberfläche dafür, dass sich alles problemlos bewegen und verschieben kann. Geschüttel, starker Druck und ständige Reibung während des Sports irritieren das Bauchfell, so Dr. Mortons Vermutung, und das tut dann weh. So wäre auch erklärt, warum Seitenstechen schlimmer ist, wenn man vor einer Anstrengung zu viel gegessen hat.
Wie sich Seitensteichen vermeiden oder beenden lässt, ist damit leider immer noch nicht klar. Aber es wird vielleicht endlich in die richtige Richtung geforscht.


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