Schweinemenschen – oder was haben die Briten getan?

Eine Chimäre aus Mensch und Schwein sollen britische Forscher züchten wollen oder schon gezüchtet haben, hört man – aber wie, warum und wofür? Die Berichte sind konfus. Ich habe nachgegraben, und kann euch beruhigen: Es kommen keine zweibeinigen, steckdosennasigen Mischwesen auf uns zu. Die Briten haben ihre Embryonen getötet, sobald sie wussten, was sie wissen wollten: Wie viel Mensch in den Chimären gewesen wäre.

Wozu eine Chimäre?



      

Mensch und Schwein sind sich recht ähnlich. Zumindest ähnlicher als, zum Beispiel, Mensch und Ratte. Vor allem sind Mensch und Schwein einigermaßen gleich groß. Deshalb hoffen Ärzte schon lange, dass man bald Organe von Schweinen in todkranke Menschen soll verpflanzen können. Damit gäbe es schlagartig genügend Organspender, und niemand müsste mehr auf der Warteliste sterben. Allerdings nimmt ein Menschenkörper kein Schweineorgan an. Unser Immunsystem erkennt fremde Zellen und stößt sie ab. Versuche mit Immununterdrückung sind gescheitert. Was wäre aber, wenn man Schweine hätte, denen Menschenherzen wachsen? Oder Menschenlungen? Menschenlebern? Chimären-Organspender sind möglich. Zumindest zwischen Maus und Ratte: Verändert man gentechnisch einen Maus-Embryo so, dass ihm keine eigene Bauchspeicheldrüse wachsen kann, und mischt danach Ratten-Stammzellen dazu, dann entsteht daraus eine Maus, deren Bauchspeicheldrüse komplett aus Rattenzellen besteht. Selbiges Organ kann man in eine Ratte verpflanzen. Ähnlich soll es mit Schweinen und Menschen werden: Die Forscher wollen Spender-Schweine mischen mit Stammzellen von genau dem Menschen, der ein Organ braucht. Dann lässt man das Schwein einige Monate wachsen, et voilà: in sich trägt es ein perfektes Spenderorgan. Das Problem dabei: Ist das Spender-Mischwesen noch ein Schwein? Wenn es zu viel von einem Menschen in sich hat, ab wann ist es vielleicht selbst einer?

Wann wird eine Chimäre ein Mensch?

Aktuell gilt: Solange das Gehirn vom Tier ist, bleibt die Chimäre ein Tier. Deshalb wollten die britischen Forscher ihre Schweine-Embryonen haben: Sie mussten nachsehen, wo im gemischten Embryo die Menschenzellen landen. Es waren überall welche. Der nächste Schritt auf dem Weg zum Organspendetier wird deshalb, irgendwie zu steuern, dass das Gehirn ganz aus Tierzellen entsteht. Irgendwie muss man die Menschenzellen verändern, damit sie sich nicht zu Gehirnzellen entwickeln können. Sonst würde im schlimmsten Fall aus der Chimäre ein Mensch.


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