Was ist die FODMAP-Diät (und nimmt man damit ab?)

Schon wieder eine neue Diät, die vom englischen Sprachraum zu uns herüberschwappt, und unterwegs dreimal falsch verstanden wird. Bereits der Name gibt Rätsel auf, denn es heißt wirklich FODMAP, keineswegs Foodmap. Die Abkürzung steht für Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und (And) Polyole. Selbige lässt man bei der FODMAP-armen Diät weg.

Was sind FODMAPS, und wer darf sie nicht essen?



      

Hinter der kryptischen Abkürzung und dem ellenlangen Klarnamen verstecken sich bestimmte Zucker, die wir im Dünndarm nicht oder nur schlecht aufnehmen können. Sie geraten deshalb als Ballaststoffe in den Dickdarm, wo unsere Bakterien sie vergären und Energie daraus ziehen. Dabei kann es bei großen Mengen gelegentlich Blähungen geben. Muss aber nicht.
Für Gesunde haben Zucker aus der FODMAP-Gruppe weiter keine Bedeutung. Aber Patienten mit Reizdarmsyndrom und anderen Darmkrankheiten haben weniger Beschwerden, wenn sie darauf achten, keine FODMAPs zu essen. Bei der FODMAP-Diät geht es also nicht ums Abnehmen, sondern darum, eine Krankheit zu behandeln.

FODMAP-arme Ernährung in der Praxis

In der Praxis kann es durchaus passieren, dass jemand erst einmal abnimmt, wenn er eine FODMAP-arme Diät beginnt, denn die verbotenen Zucker sind in so vielen Lebensmitteln zu finden, dass man nicht weiß, was man überhaupt noch essen darf. FODMAPs sind zum Beispiel:
– Laktose (in Milch und den meisten Milchprodukten, aber auch in Wurst, Kochschinken und vielen, vielen Fertigprodukten)
– Fruktose (in Obst)
– Sorbitol und Mannitol (beliebte Süßstoffe)
– Xylitol (Zahnpflege-Kaugummis)
– Fruktane (in Weizen, Roggen, Spargel, Zwiebeln, Artischocken und anderen Pflanzen).

Fazit

Eine Ernährung ohne Milchprodukte, ohne Weizen, ohne Roggen, ohne verarbeitete Fleischwaren, ohne Obst, ohne bestimmte Gemüse und ohne Süßstoffe – was bleibt da übrig? Kein Wunder, dass manche Leute glauben, man könnte mit FODMAP abnehmen – es ist eine wahnsinnig einschränkende Ernährungsweise. Bei Reizdarmsyndrom ist allerdings der Leidensdruck so groß, dass man sich lieber an einen strikten Speisezettel hält und dafür schmerzfrei bleibt.


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