Gluconeogenese einfach erklärt

Die Gluconeogenese – wörtlich: Zucker-neu-Aufbau – ist ein raffinierter Trick unseres Körpers, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Unser Gehirn braucht ständig Zucker. Die Leber hat zwar etwas gespeichert in Form von Glykogen, aber nicht viel, und sie setzt diesen Vorrat ungern frei. Auch die Muskeln haben Glykogen, aber sie geben es nicht so leicht her. Sobald Du also ein paar Stunden lang nichts gegessen hast und der Blutzuckerspiegel zu sinken anfängt, beginnt die Leber, den Zucker fürs Gehirn selbst herzustellen. Das Signal dazu bekommt sie von der Bauchspeicheldrüse: Das Zucker-Aufräumhormon Insulin verschwindet aus dem Blut, stattdessen taucht Glukagon auf. Dieses Hormon sagt der Leber: Wir brauchen Zucker!

Gluconeogenese: Die Zutaten



      

Unsere Leber kann Zucker nur aus ganz bestimmten Stoffen herstellen. Sie bezieht die Zutaten aus dem Muskelstoffwechsel. Da wäre einerseits Milchsäure, die entsteht, wenn Muskeln anaerob (ohne Sauerstoff) arbeiten. Ein weiterer möglicher Grundstoff ist Glycerin, das kleine Verbindungsstück in Fettmolekülen. Der wichtigste, weil am meisten vorhandene Ausgangsstoff für die Gluconeogenese ist aber Eiweiß, genauer gesagt, seine Bausteine, die Aminosäuren. Es gibt 22 verschiedene Aminosäuren im menschlichen Körper, 16 davon taugen für den Zuckeraufbau.
Zur Gluconeogenese verbraucht die Leber Energie; sie verbraucht dabei Fett.

Gluconeogenese und die Muskeln

Unsere Leber betreibt jeden Tag ein wenig Gluconeogenese, nämlich zwischen den Mahlzeiten. Die Aminosäuren dazu holt sie sich aus dem Blut. Hast Du etwas Eiweißreiches gegessen, dann sind dort genügend Aminosäuremoleküle unterwegs, um dein Gehirn mit Zucker zu versorgen, bis die nächste Mahlzeit kommt. Gehst Du allerdings auf Diät, isst wenig Kohlenhydrate und zwingst Deine Leber dazu, das Gehirn durchgehend alleine zu versorgen, dann muss sie bis zu 200 Gramm Zucker am Tag bilden. Sie holt dabei so viele Aminosäuren aus dem Blut, dass der Körper Eiweiße abbauen muss, um die Aminosäurespiegel nachzufüllen. Leider hat der Mensch keinen Eiweißspeicher. Die Aminosäuren für die Gluconeogenese stammen aus den Muskeln. Etwa 75 Gramm Muskelmasse am Tag verbraucht die Leber eines fastenden Erwachsenen für Gluconeogenese, um den Grundumsatz zu sichern.


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