Intramuskuläre Koordination – Was ist das und was nützt es dir?

Wenn im Sport jemand von Koordination spricht, meint er in der Regel die intermuskuläre Koordination, also das Zusammenspiel mehrerer Muskeln. Diese Sorte von Koordination verbesserst Du mit den üblichen Koordinationsübungen: Balancieren, Tanzen, Seilspringen, Yoga, mehrere Bewegungen gleichzeitig ausführen. Intramuskuläre Koordination ist etwas anderes. Hier geht es darum, wie die einzelnen Fasern innerhalb desselben Muskels zusammenarbeiten. Denn dein Gehirn sendet keineswegs ein einheitliches Signal an einen ganzen Muskel. Es zieht sich nie (oder selten) ein ganzer Muskel zusammen, wenn du dich bewegst. Je nachdem, wie viel Kraft du brauchst, schaltet das Gehirn mehr oder weniger Muskelfasern ein. Hältst du einen Stift fest, dann brauchen sich in den Muskeln deiner Hand und deines Unterarms nur wenige Fasern zusammenzuziehen. Hängst du dein ganzes Körpergewicht an eine Klimmzugstange, dann müssen viele Fasern der entsprechenden Muskeln aktiv werden, damit deine Hand fest geschlossen ist.

Wo brauchst du gute intramuskuläre Koordination?



      

Wenn du die ganze Kraft eines Muskels schnell aktivieren willst, muss dein Gehirn alle Fasern gleichzeitig ansteuern. Bei explosiven, schnellen Bewegungen ist deshalb die Koordination innerhalb eines Muskels am wichtigsten. Was sind solche Bewegungen? Schläge und Tritte. Der Fußballer beim Schuss, der Volleyballer beim Angriffsschlag und der Kampfsportler bei allem was er tut, sind darauf angewiesen, dass Gehirn, Nervenfasern und Muskeln optimal zusammenspielen. Das lässt sich üben.

Wie trainiert man intramuskuläre Koordination?

In einem wenig benutzten Muskel ist die Koordination zwischen den einzelnen Fasern schwach, in einem trainierten Muskel wird sie besser. Je mehr du eine Bewegung ausführst, desto mehr Übung hat dein Gehirn dabei, die nötigen Signale zu geben. Ein gewisses Maß an intramuskulärer Koordination bekommst du bei jedem Sport. Um allerdings die intramuskuläre Koordination speziell für schnelle Schläge und Tritte zu verbessern, musst du die entsprechenden Muskeln bei höchster Intensität trainieren: Bankdrücken mit 75 – 80 % deines Maximalgewichts, Kniebeugen mit Langhantel, Gerätetraining mit hohem Widerstand. Wähle die Intensität so hoch, dass du die Bewegungen gerade noch kontrolliert ausführen kannst. Zittern und Ausgleichsbewegungen sind hier kontraproduktiv. Am besten wirken mehrere Sätze mit jeweils wenigen Wiederholungen, zum Beispiel viermal fünf. Eine solche Trainingseinheit pro Woche oder alle vierzehn Tage verbessert die Muskelsteuerung, sodass du bei Schlägen und Tritten deine ganze Kraft explosiv freisetzen kannst.


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