Gehirndoping – kann es funktionieren?

Nootropisch oder neurotropisch nennt sich eine neue Gruppe von Nahrungsergänzungsmitteln. Sie wollen dich wacher und konzentrierter machen. Du sollst dir alles besser merken können und schneller reagieren. Interessant nicht nur für Studenten, sondern auch für Sportler – falls es funktioniert. Was für Substanzen sind in solchen Nahrungsergänzungsmitteln? Und was tun sie?

Nootropika: die häufigsten Inhaltsstoffe



      

Vitamine und Mineralstoffe

Die meisten neurotropischen Mittel enthalten Vitamine aus der B-Gruppe. Vor allem B6 und B12. Denn zu den Mangelerscheinungen dieser Vitamine gehören geistige Ausfälle. Dasselbe gilt für Magnesium und Zink, zwei weitere häufige Zutaten. Diese Stoffe machen dich nicht klüger. Und mit einer ausgewogenen Ernährung bekommst du sie alle. Aber wenn du vor lauter Training (oder Prüfungsstress) nicht richtig isst, sorgen die Nahrungsergänzungsmittel dafür, dass dir zumindest diese Vitamine und Mineralstoffe nicht fehlen.

Koffein, Taurin, Guaraná

Mindestens eines der drei findest du in jedem Hirndoping-Mittel. Sie machen dich kurzfristig wach. Aber Vorsicht: Wach heißt nicht unbedingt aufmerksam. Wie schnell du Reize verarbeitest und reagierst, hängt vor allem davon ab, wann und wie viel du zuletzt geschlafen hast. Weder Koffein noch Taurin können den Schlaf ersetzen.
Von Guaraná glauben die Guaraní-Indianer, dass es nicht nur wach macht, sondern auch klüger. Könnte das stimmen? Experimente deuten darauf hin, dass es die Reaktionszeit leicht verkürzt. Das geht allerdings auf Kosten der Genauigkeit.

Alpha-GPC

Diese Substanz lässt Ratten schneller lernen. Zu Menschen gibt es bisher keine Daten. Könnte also wirken. Oder auch nicht.

Rosenwurz (Rhodiola Rosea), Kleines Fettblatt (Bacopa monnieri) und andere Pflanzenextrakte

Die traditionelle Medizin verschiedener Völker sagt verschiedenen Pflanzen nach, gut fürs Hirn zu sein. Nootropische Nahrungsergänzungsmittel enthalten oft eine oder mehrere davon. Was sagt die Forschung? Zur Rosenwurz gibt es zu wenig Daten. Das Kleine Fettblatt, auch Brahmi genannt, macht in Gehirnleistungs-Tests die Freiwilligen ein bisschen schneller. Pfefferextrakt, auch eine beliebte Zutat, hilft nichts.

L-Theanin, ALC und andere Stimmungsmacher

Diese Wirkstoffe sollen Stress reduzieren und die Stimmung aufhellen. L-Theanin findest du auch in Grünem Tee. Es sind allerdings Substanzen mit schwacher Wirkung. Starke Psychopharmaka bekommt man nur auf Rezept.


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