Gefällt mir: Wie uns Facebook & Co. motivieren

Sportler sollten mehr Zeit am Computer verbringen. Das ist das frappierende Ergebnis einer Pilotstudie im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen von 2012. Sportwissenschaftler von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz befragten nach den Sommerspielen in London 89 deutsche Athleten über ihre Aktivitäten auf Facebook, Twitter & Co. Das Resultat: Je mehr Rückmeldung ein Sportler über das Internet von seinen Fans bekommt, desto motivierter geht er in Training und Wettkämpfe. Das gilt quer durch alle Disziplinen, bei Einzelkämpfern genauso wie bei Mannschaftssportlern. Das Internet kann den kleinen Unterschied machen zwischen Medaille und Enttäuschung.



      

Von den befragten Sportlern besitzen alle bis auf einen ein eigenes Social-Media-Profil und benutzen das Internet täglich. Die Hälfte hat sogar eine eigene Website. Diejenigen, die regelmäßig über Tweets und Posts mit ihren Fans in Kontakt treten, nehmen das Feedback als unglaublich motivierend und leistungsfördernd wahr. Eine Belastung durch die Öffentlichkeitsarbeit empfindet nur ein knappes Drittel der Athleten, und zwar sowohl bei den Internet-Aktiven als auch bei den Internet-Passiven. Störend sind also eher Fernsehauftritte, Interviews und dergleichen; Druck durch Social Media empfindet von den Befragten keiner.

Was im Spitzensport funktioniert, das wirkt auch im kleinen Maßstab. Wir Menschen sind nun einmal soziale Wesen. Wir brauchen Feedback. Jede noch so kleine Reaktion auf einen Tweet oder Post wird vom Belohnungszentrum unseres Gehirns mit Glückshormonen quittiert. Und selbst, wenn wir den Personen, von denen das „Gefällt mir“ stammt, nie im Leben begegnen werden – wir wollen sie nicht enttäuschen.

Du kannst dein Belohnungszentrum für dich rekrutieren und dich motiviert halten, indem du in den sozialen Netzwerken über deine Erfolge postest, mit anderen Nutzern in den entsprechenden Gruppen über Trainingspläne fachsimpelst, und aus jeder kleinen Rückmeldung ein Erfolgserlebnis ziehst. Und mit einem kleinen Klick oder einem aufmunternden Kommentar gibst du anderen das selbe positive Feedback. Wer weiß, vielleicht steckt hinter dem Pseudonym im Fitness-Forum der nächste Olympiasieger? Das Internet macht uns zwar alle zu einer mehr oder weniger anonymen Masse – aber diese bietet eine Menge Möglichkeiten.

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