Bitter macht fitter! – Warum Bitterstoffe nicht im Speiseplan fehlen sollten

Bitterstoffe – das klingt für viele Menschen erst mal wenig appetitanregend, denn diese Geschmacksrichtung ist nicht unbedingt die beliebteste. Und das ist von der Natur auch so vorgesehen, denn oft ist ein bitterer Geschmack ein Zeichen für Ungenießbarkeit. Aber eben nicht immer. Bitterstoffe können im Maßen genossen ganz im Gegenteil sogar sehr gesund und auch ein wertvoller Helfer beim Abnehmen sein.

Was können Bitterstoffe?

Rezeptoren, die mit Bitterstoffen interagieren, gibt es fast überall im Körper. Entsprechend vielfältig sind die Wirkungen, die Bitterstoffe entfalten können. Grundsätzlich haben sie eine antientzündliche Wirkung und können auch das Immunsystem anregen. Bei Erkrankungen der Bronchien, wie etwa Asthma, werden Bitterstoffe sogar erfolgreich zur Inhalation genutzt.
Insbesondere die Verdauung profitiert von Bitterstoffen. Sie regen den Speichelfluss und die Produktion von Verdauungssäften an. Die Darmtätigkeit wird gefördert und überschüssige Säuren werden gebunden. Das macht Bitterstoffe auch zu einem echten Geheimtipp nach einer üppigen Mahlzeit. Sie sind wesentlich gesünder und effektiver als der berühmte Schnaps nach dem Essen.
Nicht zuletzt gelten Bitterstoffe auch als Hilfsmittel im Kampf gegen Gewichtsprobleme. Sie regen den Fettstoffwechsel an, regulieren das Sättigungsgefühl und können Heißhungerattacken – insbesondere auf Süßigkeiten – vorbeugen. Forscher gehen davon aus, dass sich diese Wirkung auf die Warnung des Körpers vor vermeintlich Ungenießbarem zurückführen lässt.

Was, wenn bitter mir nicht schmeckt?

Es gibt viele Lebensmittel, die Bitterstoffe enthalten. Die Auswahl ist also relativ groß und nicht alle haben wirklich einen intensiv bitteren Geschmack. Allerdings ist das Geschmacksempfinden sehr individuell verschieden. Und manche Menschen reagieren auch bei wenig Bitterkeit sensibel. Oft ist das Gewöhnungssache und wer möchte, kann die bitteren Anteile im Speiseplan ganz langsam steigern.
Es gibt allerdings auch Nahrungsergänzungsmittel, um die Aufnahme von Bitterstoffen gezielt zu erhöhen. Dabei kann auch die Kombination mit anderen wertvollen Stoffen sinnvoll sein. Einen extra Boost für das Immunsystem liefern beispielsweise Bitterstoffe als Vitamin C Kapseln.

Wie lässt sich der Speiseplan mit Bitterstoffen anreichern?

Es ist gar nicht so schwer bittere Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren. Bitterstoffe finden sich in sehr vielen Gemüsen, einigen Obstsorten und fast allen Kräutern. Beim Obst sind es vor allem Grapefruit, Kumquat und Pomelo, die besonders viele Bitterstoffe liefern können. Die meisten Kohlsorten, Auberginen, Fenchel und bittere Salate wie Rucola sind ebenfalls gute Lieferanten. Um die Bitterkeit zu mildern, können sie mit anderen Sorten, zum Beispiel in einem gemischten Salat, kombiniert werden. Auch Olivenöl liefert Bitterstoffe und ist gleichzeitig eine schmackhafte Zutat für sehr viele Gerichte.
Kräuter lassen sich sowohl als Gewürz als auch in Form von Tee in den Speiseplan einbauen. Viele davon, wie etwa Liebstöckel, Rosmarin, Basilikum oder Kamille, schmecken dabei nicht einmal sehr bitter. Wer es intensiver mag, kann Wildkräuter wie Löwenzahn, Schafgarbe oder Wermut probieren.
Bei Gemüse und Obst ist es heute leider so, dass für den konventionellen Anbau die bitteren Eigenschaften vieler Sorten sehr stark herausgezüchtet wurden, um sie dem Massengeschmack anzupassen. Der Griff zu alten Sorten kann deshalb sinnvoller sein.
Übrigens: Schmecken Gurken, Zucchini, Kürbis oder Melone bitter, ist Vorsicht geboten. Hier kann es sich um Curcurbitacine handeln, die tatsächlich unverträglich sind und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen können.

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